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12.08.2020

Zertifizierung von Wald und Holzprodukten

Die AGR unterstützt die Bemühungen zum Erhalt und zur Schaffung einer verantwortungsvollen, nachhaltigen Waldbewirtschaftung und lehnt die Verwendung von illegal geschlagenem Holz grundsätzlich ab.

Die bedeutendsten Zertifizierungssysteme für die deutsche Forst – und Holzwirtschaft sind:

  • PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und
  • FSC (Forest Stewartship Council)

Wie die zertifizierten Waldflächen bewirtschaftet werden legen die nationalen Waldstandards der Zertifizierungssysteme fest. Die AGR engagiert sich in entsprechenden Arbeitsgruppen und vertritt dort die Interessen der Unternehmen, die auf eine kontinuierliche Versorgung mit dem Rohstoff Holz angewiesen sind. Ein besonderes Augenmerk gilt den Unterschieden zwischen den Waldstandards von verschiedenen Ländern, die am Ende zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen zertifizierten Holzprodukten auf dem Weltmarkt führen können. Die Zertifizierungsstandards für Wälder in Deutschland gelten als die strengsten weltweit.

Insgesamt ca. 68% der deutschen Waldflächen sind PEFC zertifiziert. Das entspricht einer Fläche von ungefähr 7,8 Mio. Hektar. Spitzenreiter unter den deutschen Bundesländern ist Hessen mit einem zertifizierten Anteil von 89% der Waldfäche. 


©PEFC Deutschland

 

 

 

 

Produktkettenzertifizierung

Als Nachweis für Holz aus verantwortungsvollen Quellen entlang der gesamten Lieferkette wurden von den Systemen Produktkettenzertifizierungen, sogenannte Chain-of-Custody-Zertifizierungen (CoC), für die Weitergabe von Holzprodukten entwickelt. Inzwischen existiert für die Handelsketten von Holzprodukten auch eine internationale ISO Norm (Nr. 38200), bei deren Entwicklung die AGR aktiv mit beteiligt war.

Regelmäßige Kontrollen (sogenannte Audits) durch unabhängige Prüfgesellschaften stellen sicher, dass zertifizierte Produkte aus Holz gefertigt werden, das aus nachhaltig und legal bewirtschafteten Wäldern stammt. Die AGR Mitgliedsunternehmen haben in der Regel eines oder beide CoC-Zertifikate.

Anforderungen an nicht-zertifiziertes Material

Um den Bedarf der Gesellschaft an Holzprodukten decken zu können, ist die Holzindustrie teils auch auf den Bezug von Material aus nicht-zertifizierten Quellen angewiesen. Damit auch hier der Einkauf von Rohstoffen aus kritischen Quellen ausgeschlossen werden kann, betreiben zertifizierte Unternehmen eigene Sorgfaltssysteme mit Bewertungskriterien zur Risikoeinschätzung. Aufgrund der Gesetzeslage gilt für Holz aus Deutschland grundsätzlich eine Einstufung als Niedrigrisikoland.

Zur Beurteilung der Legalität von Holz kann zudem der Korruptionsindex von Transparency International herangezogen werden. Je weiter unten ein Land im Ranking platziert ist, desto eher werden Nachforschungen zur Glaubwürdigkeit der Begleitdokumente zum gelieferten Material empfohlen.

Herkunftsnachweis für Sägenebenprodukte

Die Produkte der Zellstoff-, Papier- und Holzwerkstoffindustrie bestehen meist aus einem Mix von zertifizierten und nicht-zertifizierten Rohstoffen. Grund dafür ist, dass hierfür neben Waldholz auch die in Sägewerken anfallenden Nebenprodukte wie Hackschnitzel oder Späne verarbeitet werden. Da zertifizierte und nicht-zertifizierte Stämme im gleichen Arbeitsschritt verarbeitet werden, ist die Trennung der anfallenden Sägenebenprodukte jedoch nicht möglich. Die Unternehmen berechnen den Anteil von zertifiziertem Holz in ihrem Holzeinkauf dann anteilig und können auf Basis dieser Mengen zertifizierte Holzprodukte unter eigens entwickelten MIX Labels verkaufen.

Arbeitskreis Zertifizierung

In diesem Arbeitskreis organisieren sich Vertreter der deutschen Holzwirtschaft rund um die Thematik der Wald- und Produktkettenzertifizierung.

Die stetige Entwicklung der Zertifizierungssysteme, die Begleitung europäischer Holzhandelsregelungen im Interesse der Unternehmen sowie die Information über Veränderungen im Bereich der Standards und bedarfsweise Erstellung von Empfehlungen und Stellungnahmen für Zertifizierungsorganisationen und politische Akteure zählen zu den selbstgesetzten Aufgaben.