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03.04.2020

Rohstoffsicherung

Wie viel Holz wird jährlich in Deutschland eingeschlagen und wie wird es verwendet? Auskunft darüber gibt die Holzrohstoffbilanz.

Mittlerweile wird ein Drittel des Rohholzaufkommens in Deutschland industriell oder in privaten Haushalten verbrannt. Die AGR setzt sich deshalb für nachhaltige Nutzungsstrategien und eine Sensibilisierung der Politik zum Konflikt zwischen stofflicher und thermischer Nutzung ein.


Mantau U et al. (2018) Rohstoffmonitoring Holz, Erwartungen und Möglichkeiten. Ed. FNR - Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Report numbers 955, 956, 957 https://mediathek.fnr.de/broschuren/ nachwachsende-rohstoffe/holz.html

Frischholz benötigt

Die Kalamitäten 2018/2019 sorgten für große Mengen an Schadholz die zum Schutz der erhaltenen Waldflächen vor Massenvermehrungen von Forstschädlingen schnellstmöglich aufgearbeitet, abtransportiert, und weiterverarbeitet werden müssen. Allein in Deutschland werden die Schadholzmengen für 2018/2019 auf rund 105 Millionen Kubikmeter geschätzt.


Sägewerke und verarbeitende Industrien laufen auf Hochtouren, die Verwendbarkeit des geschädigten Holzes ist allerdings eingeschränkt: für die Papier- und Zellstoffindustrie ist aufgrund der Verarbeitungstechnologie und zur Sicherung der Produktqualitäten der Einsatz einer bestimmten Menge Frischholz mit einer Mindestholzfeuchte erforderlich. Demnach ist die Bereitstellung von Frischholz auch in Zeiten schwerer Kalamitäten unerlässlich. 

Holzmobilisierung

Die Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur (BWI3) und der Zwischeninventuren zeigen, dass es - wenn auch regional sehr unterschiedlich - erhebliche Mengen ungenutzter Holzpotentiale vorhanden sind. Insbesondere der Privatwald mit einer Flächengröße von unter 20 Hektar und hauptsächlich bei der Buche sind Nutzungspotenzial vorhanden. Es muss daher eine Schwerpunktaufgabe für den Cluster Forst und Holz sein, die Kleinprivatwaldbesitzer zur Holznutzung zu motivieren und das Holz zu mobilisieren.

Nutzungseinschränkungen

Die Verwendung von Holz ist nachhaltig und schont das Klima. Deshalb ist es von besonderer Bedeutung die Rohstoffversorgung der Holzwirtschaft langfristig sicher zu stellen und die Flächenpotenziale zu nutzen.
Aktuell sind jedoch zwei gegenläufige Trends zu beobachten: Zum einen nimmt die Waldfläche Deutschlands kontinuierlich zu, zum anderen werden immer mehr Waldflächen aus der Nutzung genommen. Diese oft ideologisch motivierte Stilllegung trifft vor allem die Menschen im ländlichen Raum, denn hier sorgen Land-, Forst- und Holzwirtschaft für viele Arbeitsplätze. Werden den Betrieben die Produktionsflächen entzogen, gefährdet dies die Existenz von Unternehmen, Arbeitsplätzen und der Produktion nachhaltiger und regionaler Produkte aus Holz.

Die AGR setzt sich für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einem zweifellos notwendigen Naturschutz und den ökonomischen Interessen der  Betriebe ein. Um nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion zu geraten, dürfen keine weiteren Flächenstilllegungen umgesetzt werden.