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05.12.2020

Rohstoffsicherung

Die Verwendung von Holz ist nachhaltig und schont das Klima. Deshalb ist es besonders wichtig, die Rohstoffversorgung der Holzwirtschaft langfristig sicher zu stellen und die verfügbaren Flächenpotenziale zu nutzen.

Dem gegenüber steht die zunehmende Forderung, Waldflächen aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Diese Flächenstilllegungen werden oftmals mit dem Argument durchgesetzt, dass die Biodiversität in bewirtschafteten Wäldern leide. Studien konnten allerdings belegen, dass in bewirtschafteten Wäldern ein hoher Artenreichtum herrscht.

Fällt eine Waldfläche aus der Nutzung, bringt dies direkte Auswirkungen auf die regionale Rohstoffversorgung und somit auch auf die ansässigen Betriebe und ihre Mitarbeiter mit sich. Insbesondere im ländlichen Raum, in dem Land-, Forst- und Holzwirtschaft für viele Arbeitsplätze sorgen, können die Einschränkungen fatale wirtschaftliche und soziale Folgen nach sich ziehen.

Deshalb setzt sich die AGR für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen einem zweifellos notwendigen Naturschutz und den Interessen der Betriebe sowie der Versorgung der heimischen Bevölkerung mit Holz ein. Um eine Konkurrenzsituation um verfügbare Nutzflächen mit der landwirtschaftlichen Nahrungsmittelproduktion zu verhindern, plädiert die AGR für den Verzicht von weiteren Flächenstilllegungen.

Frischholz als Grundlage

Die nachhaltige Waldbewirtschaftung bildet die Grundlage für klimafreundliche Produkte aus Holz. Zwar sorgten die Kalamitäten 2018/2019 für große Mengen Holz auf dem Markt, allerdings ist die Verwendbarkeit des geschädigten Holzes eingeschränkt. Dieses Holz ist oft bereits trocken oder von Schädlingen befallen und kann nicht in der gleichen Weise wie frisches Holz verarbeitet werden. Für die Papier- und Zellstoffindustrie ist beispielsweise aufgrund der Verarbeitungstechnologie und zur Sicherung der Produktqualitäten der Einsatz einer bestimmten Menge Frischholz mit einer Mindestholzfeuchte unbedingt erforderlich. Auch in Zeiten schwerer Kalamitäten ist die Bereitstellung von Frischholz deshalb unerlässlich.

Nadelholz in deutschen Wäldern erhalten

Durch den bereits vor Jahren begonnenen Umbau des Waldes hin zu mehr Laubhölzern schrumpft der Anteil an Nadelholz in den deutschen Wäldern stetig. Die rückläufige Nadelholzmenge bekommen dabei als erstes die Unternehmen der Bau- und Industrieholzsortimente zu spüren, denn Nadelholz ist ein existenzieller Rohstoff für unsere Gesellschaft und muss deshalb erhalten werden. Es wird beispielsweise für die Herstellung von Produkten für den Möbel-, Haus- und Wohnungsbau sowie Zellstoff und Papier verwendet. Viele Produkte sind dabei nur mit Nadelholz realisierbar. Deshalb muss auch in Hinblick auf den Klimawandel über eine geeignete Alternative nachgedacht werden, denn in einigen Regionen Deutschlands wird die Fichte voraussichtlich nicht mehr so wachsen können wie bisher. Mögliche  Alternativen wären beispielsweise die Douglasie und die Weißtanne.

Lagerung von Kalamitätsholz

Stürme, Dürren und der Schädlingsbefall in den vergangenen Jahren sorgen bis heute dafür, dass fortlaufend große Mengen Kalamitätsholz auf den Markt kommen. Die verarbeitenden Betriebe sind jedoch zu großen Teilen ausgelastet. Deshalb rückt das Thema Holzlagerung immer weiter in den Vordergrund. Dabei kann Holz in unterschiedlichen Formen gelagert werden: nass, trocken oder unter Folie.

Die Nasslagerung, also kontinuierliche Berieselung der gepolterten Stämme mit Wasser, ist die gängigste Form. Hier können große Mengen Holz je nach Baumart bis zu 6 Jahre lang aufbewahrt werden, ohne dass die Qualität und damit der Wert des Holzes abnimmt. Der Aufbau und der Betrieb eines solchen Lagers sind jedoch sehr umständlich. Viele gesetzliche Richtlinien, beispielsweise zum Wasserschutz, müssen beachtet werden. Die Wasserversorgung muss gesichert sein und die Pumpen müssen gewartet werden. Die Nasslagerung ist dadurch kostenintensiv und rechnet sich erst bei großen Mengen Holz. Zwischen 14,50 € - 17,00 € kostet die Lagerung pro Jahr und Festmeter. Die AGR setzt sich dafür ein, dass stillgelegte Nasslager reaktiviert werden. Auf diese Weise können in relativ kurzer Zeit neue Lagerungskapazitäten geschaffen werden. Dies ist unter anderem möglich, weil bürokratische Hürden, die bei einer Neuanlage genommen werden müssten, bei der Reaktivierung ehemaliger Nasslager entfallen.

Die Trockenlagerung ist mit ca. 5 € pro Festmeter die kostengünstigste Variante. Dabei wird Nadelholz entrindet, um keinen Brutraum für Schädlinge zu bieten. Anschließend werden sie an einem luftigen Standort und zum Schutz vor Schädlingen mindestens 500 Meter vom Wald entfernt gepoltert. Die Holzentwertung findet bei dieser Lagerungsart weiterhin statt, weshalb sie kaum praktiziert wird. Insbesondere Trockenrisse sind bei dieser Lagerungsart häufig. Eine Lagerdauer von 2 Jahren sollte dabei nicht überschritten werden.

Die Lagerung unter Folie ist ähnlich kostenintensiv wie die Nasslagerung. Die Stämme werden in spezieller Folie luftdicht verschlossen. So ist das Holz vor Schädlingen und Vertrocknung geschützt. Versuche zur Folienlagerung und Dauer werden aktuell vom Zentrum für Wald und Holzwirtschaft in Arnsberg (NRW) durchgeführt.