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12.08.2020

Nadelholz - ein existenzieller Rohstoff

Der schon vor Jahrzehnten begonnene Umbau des Waldes hin zu mehr Laubholz stellt unsere Gesellschaft zunehmend vor ein Problem. Mittlerweile geht der Nadelholzanteil in Deutschlands Wäldern deutlich zurück. Dies hat Auswirkungen auf das jährliche Nadelrohholzaufkommen. 
Zu spüren bekommen die rückläufigen Nadelholzmengen als erstes Unternehmen der Bau- und Industrieholzsortimente: diese Sortimente werden vor allem aus jüngeren Wäldern im Alter von 20 bis 50 Jahren gewonnen. Hier fehlt es an einer ausreichenden Menge von Nadelbäumen für die Herstellung von Produkten für den Möbel-, Haus- und Wohnungsbau sowie Zellstoff und Papier.

 


Quelle: DHWR

Anteil von Nadelholz in Holzprodukten

Diese skizzierte Entwicklung ist so kritisch, weil viele Produkte im Bereich Bauen, Holzwerkstoffe und Papier nur mit Nadelhölzern zu realisieren sind. Zwischen 70 und 95 Prozent beträgt der Nadelholzanteil in den gängigsten Holzerzeugnissen. Mit Ausnahme der Furnierindustrie, die nur 20 Prozent Nadelholz verarbeitet, ist Nadelholz in allen anderen Branchenteilen nicht wegzudenken.


Rohstoffmix der Holzbranche, Quelle: StBA 2008, Mantau 2007

Nadelholz erhalten

Einen ausreichenden Anteil an Nadelholz in den Wäldern zu erhalten, ist also kein Unwille der Holzindustrie, sich technisch auf eine geänderte Rohstoffsituation einzustellen. Die spezifischen Rohstoffeigenschaften von Laubhölzern, limitieren schlichtweg deren Verwendungsmöglichkeiten.
Der weitere Rückgang der Nadelhölzer entspricht nicht dem aktuellen und künftig erwarteten Bedarf an Nadelholz. Kann  der Bedarf nicht mehr durch die heimische Wirtschaft gedeckt werden, muss zunehmend Nadelholz importiert werden, was klimapoltisch und volkswirtschaftlich bedenklich ist.