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Ökowald schützt vor Krise nicht!24.07.2019

Waldumbau

Pressekommentar der Holzindustrie zu den BUND Forderungen „Wald in der Klimakrise“ 

Berlin den 24.07.2019 – der BUND seines Zeichens Umweltverband stellte heute einen Forderungskatalog „zum Waldsterben durch Klimakrise“ vor. Die zehn Forderungen richten sich an Politik, Forstwirtschaft und Jagd und müssen laut BUND umgesetzt werden, um das Klima wirksam zu schützen. Die AGR begrüßt, dass sich der BUND mit Maßnahmen zum Schutz des Waldes im Hinblick auf den Klimawandel beschäftigt und kommentiert die Forderungen wie folgt: 

Die AGR unterstützt die Forderung, dass die Bundesregierung zügig Maßnahmen zum Schutz der Wälder ergreifen muss. Handlungsbedarf sieht die AGR insbesondere im Sektor Verkehr und Gebäude. Wir fordern die Zulässigkeit von 44 Tonnen maximal Gewicht im Holztransport zur Einspaarung von CO2 Emissionen. Außerdem Verweisen wir auf die Stellungnahme der AGR zum Gebäude Energie Gesetz (GEG).

Die Holzindustrie unterstützt die Forderung, dass die Wälder zu Mischwäldern umgebaut werden müssen. Entgegen der Forderung des BUND sind wir der Ansicht, dass es hierfür jedoch keine Festlegung auf Laubhölzer geben darf, sondere eine breite Mischung von klimaangepassten Baumarten gewählt werden muss. Der BUND hält sich nach wie vor an der potenziellen natürlichen Vegetation fest, wie sie vor 10.000 Jahren in Deutschland heimisch war. Dies ist aus unserer Sicht falsch, denn bei einer Klimaerwärmung von schon 2 Grad Celsius verändern sich die Waldökosysteme so dramatisch, dass sie nicht mehr der potentiellen natürlichen Vegetation entsprechen. Grade die vom BUND geforderten Buchenwälder sind aktuell sehr stark durch den Klimastress betroffen[1]. Richtig ist, auf eine Vielfalt zu setzten und bei der Baumartenwahl auch die Möglichkeiten der Forstpflanzen Züchtung, sowie den Anbau nicht einheimischer Baumarten für den Waldumbau in Betracht zuziehen.

Die Kernfrage die sich daraus ergibt lautet: mit welchen Baumarten können die Wälder fit für den Klimawandel machen? Diese Frage muss vor allem ideologiefrei angegangen werden! 

Die AGR unterstütz die Forderungen das Wildtiermanagement und die Jagd waldfreundlich umzugestalten. Unangepasste Wildbestände sind der Hauptgrund für niedrige Biodiversität und nur mit angepassten Wildbeständen kann der Waldumbau zu Mischwäldern erfolgreich sein. 

Die Industrie begrüßt eine stärke Unterstützung der Waldbesitzer und Kommunen beim Waldumbau. Allerdings sollte hierbei nicht ausschließlich auf Laubholz gesetzt werden, sondern es sollten standortsgerechte und voraussichtlich klimaangepasste Baumarten verwendet werden. Deshalb sollten alle Baumarten, die als standortsgerecht eingestuft werden (bspw. Douglasie, Tanne), gefördert werden, sodass die Waldbesitzer in der Lage sind, ihre Wälder zeitnah umzubauen. Aktuell bestehen junge Wälder zu 73 % aus Misch- oder Laubholzbaumarten, nur 27 % sind reine Nadelwälder[2]. Folgt man dieser Entwicklung findet keine Risikostreuung mehr statt und die Biodiversität ist folglich gefährdet. Deshalb ist anzustreben die Mischwälder mit ausreichend Nadelholzanteilen anzureichern. 

Die AGR vertritt die Meinung, dass die Begiftung der Wälder nur im äußersten Notfall vorzunehmen, jedoch nicht grundsätzlich auszuschließen ist. Denn neben den Schädlingen, welche ausschließlich die Wirtschaftsbaumarten angreifen, gibt es auch Schädlinge, wie den Eichenprozessionsspinner, die zusätzlich eine erhebliche Gefahr für Menschen und Tier darstellen und deshalb bekämpft werden müssen. Der Klimawandel ist eine Notstand und hier gilt es, den Wald vor weiteren Schwächungen durch Insekten zu schützen.

Die AGR unterstützt den Vorschlag stärker in Forschung und Entwicklung zu investieren, um das Potenzial von Laubholz stärker ausschöpfen zu können. Allerdings fordert die Gesellschaft überwiegend Nadelholz. Der Waldbesitzer muss deshalb in der Lage sein, wirtschaftlich interessante Baumarten anzupflanzen, um die Nachfrage bedienen zu können. 

Entgegen der Darstellungen des BUND wird bereits heute ein großer Teil der deutschen Waldfläche nicht bewirtschaftet und auch die biologische Vielfalt wird nicht nur in unbewirtschafteten Wäldern geschützt. Ein stillgelegter Wald kann nicht umgebaut werden. Er entzieht der Gesellschaft wertvolle, biobasierte Rohstoffe und trägt somit nicht zum Klimaschutz bei.

Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Rohholz (AGR) kommentiert:

„Der Ökowald schütz nicht vor der Klimakrise. Es braucht einen ganzheitlichen und ideologielosen Ansatz bei den Maßnahmen zum Schutz des Waldes denn der Klimawandel verändert alle Ökosysteme grundlegend.“ 

[1]Buchensterben in Thüringer Wäldern nimmt bedrohliche Ausmaße an, mdr Thüringen, zuletzt abgerufen: 24.06.2019 16:15 Uhr https://www.mdr.de/thueringen/buchen-sterben-waelder-bedrohlich-100.html

[2]Basisjahr 2012 www.bwi.info

Waldzusammensetzung Grafik

Fläche alter Wälder Grafik

Pressekontakt
Nora Zywotteck
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Tel.: +49 30 2061 399 70    
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Internet: www.ag-rohholz.de

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.

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