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Wasser für Rosenthal? Ministerium besichtigt Zellstoffwerk31.07.2019

 v.l. Anja Siegesmund, Leonhard Nossol und Bodo Ramelow

Am 29.07. besichtigten Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) und Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) im Rahmen ihrer Sommertour 2019 das Zellstoffwerk MERCER Rosenthal (ZPR) in Rosenthal am Rennsteig.

Die Veranstaltung stand unter dem Motto „Bioökonomie am Grünen Band“ und verwies damit auf die Funktion des von Rosenthal betriebenen größten Thüringer Biomasseheizkraftwerks; die Produktion von 1/3 des grünen Stroms in Thüringen mit einer maximalen Leistung von 57,2 MW.

Doch das hinsichtlich Nachhaltigkeit ambitionierte Zellstoffwerk steht aktuell vor einer neuen, durch den Klimawandel bedingten Herausforderung: durch wiederkehrende und anhaltende Trockenheit führen Saale und Selbitz, deren Oberflächenwasser das Werk für seine Produktion nutzt, immer weniger Wasser. Geschäftsführer Leonhard Nossol äußert sich besorgt: „Wir beobachten einen kritischen Rückgang des Oberflächenwassers, vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten. Zur Sicherung der Wasserversorgung in der Region müssen wir jetzt handeln.“

Das Zellstoffwerk zeichnet sich durch moderne Anlagen aus und ist auf dem neuesten Stand der Technik, so konnte der Wasserverbrauch durch die Einführung wassersparender Technologien und einer konsequenten Kreislaufführung stetig gesenkt werden. Dennoch benötigt das Werk zwischen 26.000 und 32.000 Kubikmeter Oberflächenwasser am Tag für seine Produktion. Der Wasserentnahme für das Werk steht nun die Gewährleistung des ökologisch notwendigen Mindestdurchflusses entgegen. In trockenen Jahren der Vergangenheit (70-iger Jahre) wurde dieser Wert auch ohne Entnahme von Wasser für die Zellstoffproduktion bereits unterschritten.

Das Problem der Wasserversorgung betrifft ebenso die örtlichen Wasserversorger. Deshalb suchen Fachleute aus der Region gemeinsam mit Spezialisten des Zellstoffwerks intensiv nach Möglichkeiten und Alternativen um die Wasserbereitstellung zukünftig zu sichern.Ansatzpunkte sind: Möglichkeiten weiterer Wassereinsparungen, alternative Wasserquellen (z.B. Fernwasserversorgung) sowie der Ausbau von Wasserspeichermöglichkeiten im Oberlauf und die stetige Verbesserung der Wasseraufbereitung. 

„Günstig wäre vor allem die Schaffung weiterer Speicher am Oberlauf von Saale und Selbitz in Bayern“ sagt Geschäftsführer Nossol. „Dies würde nicht nur die Verstetigung der Wasserbereitstellung verbessern, sondern eine Reihe von Vorteilen für die bayerischen Anrainer bringen, vor allem Verbesserungen im Hochwasserschutz durch die Speicherfunktion, Bewässerungsreserven für Trockenheitsphasen, touristische Attraktivität und Waldbrandschutz.“

Ministerin Siegesmund und Ministerpräsident Ramelow nehmen das Problem ernst und wollen auf politischer Ebene unterstützen.