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31.08.2022

Totholz im Wald birgt zunehmend Risiken

© unsplash

2022 ist das Waldbrand-Rekordjahr. Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. bergen politische Bestrebungen nach mehr Totholz weitere Risiken.

31.08.2022: Über 4.200 Hektar Wald sind im Jahr 2022 bereits in Deutschland verbrannt. Das traurige Rekordhoch führt uns den Klimawandel und dessen Auswirkungen erneut vor Augen. Dürren und Trockenheit schwächten den Wald bereits in den vergangenen Jahren, doch zusätzlich erhöhen die politischen Anstrengungen für mehr Totholz im Wald die Gefahr von Bränden, weiß Lukas Freise, Geschäftsführer der AG Rohholz: „Totholz ist wichtig für die Biodiversität im Wald aber Totholz ist auch ein idealer Brandbeschleuniger, insbesondere wenn es so heiß und trocken ist wie in diesem Jahr. In großen Mengen bietet das trockene Holz dann optimale Verbreitungsmöglichkeiten für Feuer im Wald. Aus diesem Grund müssen die Bestrebungen den Totholzanteil in den Wäldern noch weiter zu erhöhen, kritisch hinterfragt werden.“
Laut der vergangenen Bundeswaldinventur liegt der durchschnittliche Totholzwert in Deutschland bereits bei 20,6 m2 pro Hektar. Aufgrund der zahlreichen Bekenntnisse zu mehr Totholz aus den Bundesländern ist für die Bundeswaldinventur im kommenden Jahr aber mit deutlich höheren Zahlen zu rechnen. Hessen strebt derweilen in der neuen Naturschutzleitlinie 2022 sogar eine Verdopplung des Wertes auf 40 m2 pro Hektar an. Dabei ist der Naturschutz längst Teil des Erfolgskonzeptes der nachhaltigen Waldbewirtschaftung in Deutschland, das bescheinigt u.a. der Indikator Artenvielfalt und Landschaftsqualität der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, der für den Wald einen Wert von 87 Prozent, den höchsten aller Teilindikatoren, zeigt. „Bei dem Umgang mit dem Wald in diesen Zeiten gilt es mit Augenmaß vorzugehen. Die aktive Waldbewirtschaftung mit integrativen Naturschutzkonzepten muss genauso das Gebot der Stunde sein, wie der Waldumbau und ein angepasstes Totholzmanagement, um unsere Wälder im Klimawandel zu schützen,“ ergänzt Freise.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf-Version.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V.
Lukas Freise
Chausseestr.99
10115 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 0
Fax: +49 30/ 37 71 94 57
E-Mail: lukas.freise@ag-rohholz.de
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.