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09.08.2021

Holzvorratsaufbau im Wald ist kein Klimaschutz

© unsplash

Am 05.08. veröffentlichte das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ein Eckpunktepapier zur möglichen Honorierung von Ökosystemdienstleistungen. Die AGR kritisiert, dass die Klimaschutzleistung der nachhaltigen Holzverwendung zu wenig Berücksichtigung findet.

09.08.21: Laut dem Eckpunktepapier des BMU soll eine Honorierung von Ökosystemdienstleistungen vor allem über die Erhöhung des Holzvorrats auf der Fläche geschehen. Zudem soll der kontinuierliche Zuwachs gesichert, als Bemessungsgrundlage hierfür der im Holz gebundene Kohlenstoff herangezogen werden.

Aus Sicht der AG Rohholz ist der Ansatz des BMU doppelt problematisch: Zum einen findet die Klimaschutzleistung der nachhaltigen Holzverwendung keine Berücksichtigung, zum anderen wird das erhöhte Risiko für den Wald nicht bedacht. „Wer meint, mehr Holz im Wald zu belassen sei gleichbedeutend mit mehr eingelagertem Kohlenstoff und damit mit mehr Klimaschutz, denkt zu kurz“, so AGR-Präsident Leonhard Nossol.

Beispielsweise bedeutet das ökologisch wichtige Totholz für den Wald immer auch eine Gefahr als potenzielle Brandlast. Die Steigerung der Holzvorräte macht die Wälder zudem insgesamt anfälliger, z.B. gegen Stürme und Insektenschäden. Als ökologisch und ökonomisch wichtiger, nachwachsender Rohstoff würde der Gesellschaft auch das Holz fehlen. „Wie entscheidend die Versorgung der Gesellschaft mit Holz ist, ist in den letzten Monaten deutlich geworden. Es ist wichtig, dass wir nicht langfristig durch falsche politische Anreize in die nächste Holzknappheit rutschen“, so Nossol weiter.

Den Ansatz, die Klimaschutzleistungen der Wälder zu honorieren, befürwortet die AGR generell. Ziel muss aber sein, den Waldbesitzern die große Herausforderung des klimawandelbedingten Waldumbaus zu ermöglichen. Eine Honorierung muss sich an der Nutzung der Wälder orientieren, damit das Holz seine Klimaschutzleistung voll entfalten kann. Von klimaangepassten Wäldern profitiert langfristig auch die Biodiversität. Den Wald der Zukunft sollten deshalb vor allem die Baumarten bestimmen, die im Klimawandel bestehen und gleichzeitig die nachhaltige Holznutzung sichern. Dieses Ziel zu erreichen, wird schwierig genug, deshalb darf es bei der Baumartenauswahl auch keine Denkverbote geben.

Die Pressemitteilung als pdf-version finden Sie hier.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
Fax: +49 30/ 37 71 94 57
E-Mail: nora.zywotteck@ag-rohholz.de
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.