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15.07.2021

Fit for 55-Paket: AGR befürchtet weitere Einschränkungen der Waldbewirtschaftung

© Christian Lue on unsplash

Die Europäische Kommission stellte am gestrigen Mittwoch den Fit for 55-Plan vor. 13 Gesetzesvorschläge sollen zur Verringerung von Treibhausgasen beitragen. Dadurch sollen die EU-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent sinken. Aus Sicht der AGR befördern einige Ansätze jedoch zunehmende Nutzungseinschränkungen bei der Waldbewirtschaftung.

Berlin, 15.07.21: Kritisch im Hinblick auf die zukünftige Versorgung mit dem nachhaltigen Rohstoff Holz sind aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. die Vorgaben der Verordnung für den LULUCF-Sektor (Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft) sowie Inhalte der EU-Forststrategie.

Laut dem enthaltenen Entwurf zur LULUCF-Verordnung soll die CO2 Bindung des Sektors von 225 auf 310 Millionen Tonnen bis 2030 erhöht werden. Aus Sicht der AGR befördern diese Zielvorgaben jedoch den Verzicht auf die Waldnutzung: „Es ist derselbe unausgereifte Gedanke wie beim Klimaschutzgesetz in Deutschland; wird die Vorgabe der Bindungsleistung derart erhöht, bleibt kaum eine Alternative, als den Aufbau von Kohlenstoff im Wald zu steigern, indem auf Waldnutzung verzichtet und der Vorrat erhöht wird,“ kommentiert Lukas Freise, Geschäftsführer der AG Rohholz. Die neue Verordnung reflektiert zwar den Widerspruch zwischen der Erhöhung der Waldsenke durch höhere Holzvorräte und dem steigenden Bedarf nach nachhaltigen Holzprodukten, kann ihn aber am Ende nicht auflösen.

Der neue Entwurf der EU-Forststrategie in Kombination mit der Biodiversitätsstrategie greift zusätzlich stark in Bewirtschaftungspläne der Mitgliedsstaaten ein. Demnach sollen bis zu 30 % der Landesfläche unter strengen Schutz gestellt, 10 % gänzlich aus der Nutzung genommen werden.

„Insgesamt wird der Klimaschutzleistung der Holzverwendung, speziell der Substitutionsleistung, also der Einsparung von Treibhausgasen durch den Ersatz energieintensiverer Materialien mit Holz, zu wenig Rechnung getragen. Die Verwendung des nachhaltigen Rohstoffes Holz ist für den Ausbau der Bioökonomie unerlässlich. Deshalb müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Versorgung mit dem Rohstoff Holz langfristig sichern. Die im Entwurf anklingende Idee, neue Waldfläche zu schaffen, hat an vielen Orten in der EU sicher Potenzial“, schließt Freise.

Die Pressemitteilung als pdf-Version finden Sie hier.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
Fax: +49 30/ 37 71 94 57       
E-Mail: nora.zywotteck@ag-rohholz.de
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.