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11.05.2021

Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes setzt gefährliche Anreize

© unsplash

Am 12.05. befasst sich das Bundeskabinett mit der Überarbeitung des Klimaschutzgesetzes. Die hier festgelegten, verschärften Emissionsgrenzen haben das Potenzial, die Unternehmen der Holzwirtschaft massiv zu treffen. Sie provozieren aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. zunehmende Nutzungsverbote von Wäldern.

Berlin, 11.05.2021: In der öffentlichen Debatte ist derzeit unübersehbar, wie wichtig die Versorgung der Gesellschaft mit Holz und Holzprodukten ist und wie schmerzhaft, wenn diese ins Stocken gerät. Nachdem derzeit eher die Verarbeitung von Holz das Problem ist, arbeitet die Bundesregierung jetzt offenbar am nächsten Versorgungsengpass: der Rohstoffversorgung aus dem Wald.

Nach den angestrebten Zielvorgaben des aktuell überarbeiteten Klimaschutzgesetzes müsste der Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) bis zum Jahr 2040 55 Millionen Tonnen Treibhausgase kompensieren, also in Summe mehr Kohlenstoff aufnehmen als abgeben. Innerhalb des Sektors trägt die Hauptlast für diese „Senke“ der Wald. Wenn nun die Bindungsleistung des Sektors deutlich ausgebaut wird, könnte man in Versuchung geraten, den Aufbau von Kohlenstoff im Wald deutlich zu erhöhen, indem auf Waldnutzung verzichtet und der Vorrat erhöht wird.

Seitens der Holzwirtschaft sind diese Vorgaben auch bei besonderen Anstrengungen ohne massive Einschränkungen kaum realisierbar. Nutzungsverbote sind aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. keine Maßnahme für den Klimaschutz und stehen zudem im Widerspruch zu weiteren klimaschutzpolitischen Maßnahmen wie dem Klimaschutzprogramm 2030 der Bundesregierung. Hier ist u. a. die Förderung der Holzverwendung als Beitrag zum Klimaschutz festgehalten.

„Waldflächen nicht mehr zu bewirtschaften bedeutet auf aktive Klimaschutzmaßnahmen zu verzichten. Denn unsere größte Waffe ist die Substitutionsleistung, also die Verwendung von Holz anstelle von energieintensiveren Materialien, die aber leider nicht im LULUCF-Sektor bilanziert werden,“ kommentiert Lukas Freise, Geschäftsführer der AG Rohholz.

Steigt man jetzt aus der Bewirtschaftung großer Waldflächen aus, hätte das auch unmittelbare Auswirkungen auf die Ökosysteme. Wird der Wald zu alt, bedeutet das eine höhere Anfälligkeit für Waldschäden, etwa durch Stürme oder Insekten. In Summe könnte dann die Bilanz des Sektors durch solch „unkontrollierte Nutzung“ deutlich negativer ausfallen als bilanziell gewünscht.

Wichtig wäre es stattdessen, weitere Anreize etwa für die private Waldbewirtschaftung zu schaffen oder bei Aufforstungen im Verbund eines Mischwaldes auch auf einen ausreichend großen Anteil schnell wachsender Nadelhölzer zu setzen.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf-Version.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
Fax: +49 30/ 37 71 94 57       
E-Mail: nora.zywotteck@ag-rohholz.de                                                                     
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.