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25.02.2021

AGR-Kommentar zum Waldzustandsbericht 2020

© Ed van duijn unsplash

Am 24.02.2021 stellte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner den Waldzustandsbericht 2020 für Deutschland vor. Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) wagt einen Blick in Vergangenheit und Zukunft der waldbaulichen Herausforderungen.

25.02.2020: Die vorgestellten Ergebnisse des Waldzustandsberichtes waren für die Menschen, die in Deutschland täglich mit dem Wald zu tun haben, keine große Überraschung. Trockenheit und Dürre der letzten Jahre haben zahlreiche Bäume schwer geschädigt oder ganz absterben lassen.

Angesichts des Ausmaßes der Schäden mag manchmal ein Blick zurück helfen. Es ist schließlich nicht die erste existenzielle Krise, der sich der Wald in Deutschland gegenübersieht. Die massive Übernutzung in der Frühen Neuzeit, der rücksichtslose Holzeinschlag in der Kriegs- und Nachkriegszeit und die Versauerung der Wälder in der Debatte um das „Waldsterben“ in den 1980er Jahren waren jede für sich Krisen, die den Wald an seine Grenzen gebracht haben. Dabei ist keine der genannten Krisen in Ursache und Wirkung mit einer anderen zu vergleichen. Doch eine Gemeinsamkeit gibt es: Sie alle wurden durch beherztes Eingreifen überwunden. Die Erfindung und Etablierung des Nachhaltigkeitsprinzips in der Forstwirtschaft, die Aufforstungskampagnen in der Nachkriegszeit und die Umweltschutzauflagen für Auto- und Industrieabgase waren stringente Lösungskonzepte, die auf lange Sicht Erfolg hatten. Aus Sicht der AGR ist es deshalb auch jetzt dringend nötig, Lösungswege zu finden. Die Vergangenheit zeigt: aktives Handeln lohnt sich.

Gehandelt wurde dabei stets nach forstwirtschaftlichen Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Auch deshalb warnen wir heute vor den Stimmen, die im Zuge der Klimakrise vom Nichteingreifen und neuen Wildnisflächen sprechen. Der Wald, den wir brauchen, wird so nicht gerettet. Unser Wald liefert den nachhaltigen Rohstoff Holz für vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, nicht zuletzt für die Bekämpfung der Ursachen der Klimakrise selbst.

Wie die Lösung für einen klimaangepassten Wald aussieht, kann man jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen. Viel spricht dafür, dass es weniger einer großen Kraftanstrengung, als vielmehr zahlreichen individuellen Lösungsvorschlägen bedarf, die die Vielfalt des Waldes selbst abbilden. Wie in der Vergangenheit sollten wir uns dabei auf die Erkenntnisse der exzellenten forstwirtschaftlichen Forschung in Deutschland verlassen. Vor irrlichternder privatfinanzierter Waldforschung auf Basis von „Alternativen Fakten“ ist dabei ausdrücklich zu warnen.

Die finanzielle Unterstützung der Bundesregierung für den Waldbesitz ist ein erster wichtiger und richtiger Schritt, der weitere Handlungsoptionen aufzeigt. Die Herausforderung ist insgesamt so groß, dass das Ziel einer gesellschaftlichen nutzungsinduzierten Vergütung von Klimaschutzleistungen des Waldes nicht aus den Augen verloren gehen darf.

Die Flächen müssen mit angepassten Baumarten und Waldbaukonzepten aufgeforstet werden. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen aus Erfolgen und auch aus Fehlschlägen werden dem Wald in Deutschland auch durch diese existenzielle Krise helfen.

Den Kommentar der AGR zum WZB als pdf finden Sie hier.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e. V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
Fax: +49 30/ 37 71 94 57       
E-Mail: nora.zywotteck@ag-rohholz.de
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.