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28.10.2020

AGR diskutiert Holzversorgung der Zukunft

© unsplash

Am 23. Oktober fand die 33. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) und das AGR Forum im hybriden Format in Würzburg und online statt. Zentrales Thema des Forums waren der Wald und die zukünftige Holzversorgung im Klimawandel.

Berlin, 28.10.2020: Welche Baumarten prägen das Waldbild der Zukunft und wie sicher ist die Bereitstellung des klimafreundlichen Rohstoffes Holz für zukünftige Generationen? Mit diesen Fragen setzten sich die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Rohholz im AGR Forum am Rande der 33. Mitgliederversammlung des Verbandes auseinander.  

Zwei Vorträge von Dr. Heino Wolf (Leiter Referat Forstgenetik und Forstpflanzenzüchtung Kompetenzzentrum für Wald und Forstwirtschaft Staatsbetrieb Sachsenforst) und Prof. Dr. Ulrich Kohnle (Leiter Abteilung Waldwachstum und Klimafolgenforschung der Forstlichen Versuchsanstalt Baden-Württemberg) beleuchteten das Thema Zukunft der Wirtschaftswälder aus unterschiedlichen Perspektiven: der genetischen Ausstattung der Baumarten einerseits und der waldbaulichen Zusammensetzung des Waldes andererseits.

Am Ende wurde deutlich: die Reinbestände der Vergangenheit werden angesichts des Klimawandels in Zukunft nicht mehr bestehen können. Die Forstpflanzenzüchtung hat bereits in der Vergangenheit erfolgreiche Konzepte entwickelt, angesichts der dramatischen Lage ist die Umsetzung in die forstliche Praxis aber noch zu zögerlich. Für mindestens 15 Jahre müssen umfassende Strukturen und Pläne entwickelt werden, wie die bewährten Arten gezielt verbessert und neue Arten für den zukünftigen Anbau identifiziert werden können.

Waldbaulich könnte das Konzept der Zeitmischungen, also die zeitweise Kombination von Baumarten mit relativ frühen Einschlägen nach 40 bis 50 Jahren, eine gute Möglichkeit bieten, die Rohstoffversorgung auch im Klimawandel zu gewährleisten.

Gleichzeitig wurde vor einer Einschränkung der Waldbewirtschaftung als Reaktion auf die aktuellen Forstschäden gewarnt. Durch eine regelmäßige Auflichtung erreichen größere Anteile des Niederschlags den Waldboden und somit die Wurzeln der Bäume. Auch eine Begrenzung des Höhenwachstums durch rechtzeitige Holznutzung macht die Wälder robuster gegen häufigere und heftigere Sturmereignisse.

Auch die zurzeit besonders vom Klimawandel bedrohte Fichte wurde von keinem der beiden Wissenschaftler gänzlich abgeschrieben. Die Rolle einer Hauptbaumart werde sie in Zukunft aber wohl nicht mehr ausfüllen können.

„Die Aufforstung der enormen Schadensflächen in Deutschland erfordert jetzt weitreichende forstliche Entscheidungen. Es ist wichtig, dabei auch die nachhaltige Versorgung der Gesellschaft mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz in den Mittelpunkt zu stellen. Entsprechende Konzepte gibt es, man muss sie aber auch umsetzen. Dass das auch passiert, dafür wird sich die AGR weiter einsetzen,“ resümiert Leonhard Nossol, Präsident der AGR, über die Veranstaltung.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf-Version.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
Fax: +49 30/ 37 71 94 57       
E-Mail: nora.zywotteck@ag-rohholz.de
Internet: www.ag-rohholz.de

Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.