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10.06.2020

5.000 ha „Naturwald“ in Bayern: Vorschlag für die Wirtschaft schmerzhaft, jetzt Ende der Debatte gefordert

© unsplash

Die bayerische Forstministerin Michaela Kaniber will vier größere Waldgebiete Bayerns im Staatsbesitz als „Naturwälder“ ausweisen lassen und damit vor Ort eine dauerhafte Holznutzung verbieten. Für die Unternehmen der Holzwirtschaft ist das eine schmerzhafte Entscheidung.

München, 10.06.2020: Nach den Jahren der Diskussion um einen dritten Nationalpark in Bayern ist die Entscheidung für ein Ende der Bewirtschaftung der Buchenwälder in der südlichen Frankenalb, der Isar-Auenwälder, des Irtenberger Waldes auf der Fränkischen Platte und des Böhlgrunds im Steigerwald für die Unternehmen nur schwer zu verkraften. „Trotz allem Verständnis für die Kompromisslösung der bayerischen Staatsregierung fallen wichtige Einschlagflächen weg. Damit werden die Transportwege für die regionalen Sägewerke länger und der CO2-Ausstoß höher“, warnt Burkard Müller, Sprecher der Interessengemeinschaft der Holzverarbeiter im Steigerwald. „Das wiederum macht die erklärten Ziele der Umweltschützer zunichte.“

„Es tut natürlich jedem holzbegeisterten Menschen weh, wenn man Bäume, die von Generationen von Förstern aufgezogen wurden, nun im Wald verrotten lässt“, ergänzt Leonhard Nossol, Präsident der AGR. Die AGR ist der festen Überzeugung, dass es grundsätzlich ökonomisch wie ökologisch keinen Sinn macht, Kulturlandschaften wie bewirtschaftete Wälder sich selbst zu überlassen. „Diese Wälder sind im Wesentlichen auch durch eine rücksichtsvolle Bewirtschaftungsweise wertvolle Biotope geworden. Es erschließt sich nicht, warum man jetzt erwarten sollte, dass sich der Zustand der Waldflächen verbessert, wenn wir mit diesem Erfolgskonzept aufhören.“, so AGR Geschäftsführer Lukas Freise. Das gilt auch für den Insektenschutz: Neueste Studienergebnisse z.B. aus Mecklenburg-Vorpommern zeigten, wie selbst fragmentierte bewirtschaftete Wälder ökologisch hoch attraktive Insektenpopulationen beherbergen können. Entscheidend ist hierbei etwa die Pflege von altem Baumbestand an den Waldrändern.

Gerade auch vor dem Hintergrund des menschengemachten Klimawandels braucht es aus Sicht der AGR eher mehr forstliche Anstrengungen den Wald zu erhalten. Die Umstellung der Wirtschaft in Deutschland von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe benötigt außerdem das Holz als entscheidenden Rohstoff. Das nützt auch dem Klima: Wer etwa ein Haus in Holzbauweise baut, sichert so langfristig den im Holz eingespeicherten Kohlenstoff, den der Baum der Atmosphäre entzogen hat.

Mit der Entscheidung der Ministerin muss nun allerdings auch ein Schlussstrich unter den Streit rund um die Stilllegung von Staatswäldern in Bayern gezogen werden. Speziell auch im Steigerwald. „Wir erwarten, dass von der Forstministerin und der ganzen bayerischen Staatsregierung jetzt ganz klar kommuniziert wird, dass es das damit gewesen ist und man auch keinen Forderungen nach dem aus der Nutzung nehmen von weiteren Waldflächen mehr nachgeben wird“, so Nossol abschließend.

Unter diesem Link finden Sie die Pressemitteilung als pdf.

Pressekontakt
Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V.
Nora Zywotteck
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: +49 30 / 20 61 39 97 - 5
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Über die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR)
Die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Unternehmen und Verbänden der Rohholz verbrauchenden Branchen in Deutschland und den angrenzenden Ländern. Die AGR setzt sich für eine effiziente und nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz ein. Dabei tritt sie in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik sowie Forschung und Lehre, um die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die stoffliche Verwendung von Holz zu verbessern. In Kooperation mit der Forstwirtschaft engagiert sich die AGR für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die im Einklang mit ökonomischen, ökologischen und sozialen Interessen steht.