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14.07.2020

Umfrage zur regionalen Lagerung von Kalamitätsholz ausgewertet

© unsplash

Die Umfrage

Durch dürrebedingte Waldschäden und die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise sind die Rohholz einkaufenden Unternehmen nicht mehr in der Lage, die anfallenden Holzmengen zeitnah zu verarbeiten. Unter diesen Umständen rückte für die Arbeitsgemeinschaft Rohholz e.V. (AGR) verstärkt das Thema Lagerung in den Vordergrund. Um die Holzabnehmer frühzeitig miteinzubeziehen führte die AGR gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Säge- und Holzindustrie e.V. (DeSH) im Juni 2020 eine interne Umfrage durch. Dabei stand die Interessenlage bezüglich der Lagerung von Kalamitätsholz in der eigenen Region im Mittelpunkt. An der Befragung nahmen insgesamt 58 Betriebe mit Sitz in Deutschland teil.

Hohe Nachfrage

Besonders deutlich wurde bei der Umfrageauswertung der hohe Informationsbedarf, der bislang offensichtlich ungedeckt ist. Mit 79 % sind die meisten Betriebe an Informationen zur Kalamitätsholzlagerung in der eigenen Region interessiert. Nur 14 % zeigten kein Interesse und 7 % waren unentschlossen. Rund ein Viertel der Befragten waren zudem an der regionalen Lagerung von Kalamitätsholz auf den Flächen der Bundesforsten interessiert. In Bezug auf die Holzart favorisierten gut 84 % der Befragten Nadelholz.

Bevorzugte Lagerungsart

Aus der Umfrage ging hervor, dass über die Hälfte der Befragten Holz aus Nasslagern präferieren würden (53 %). Problematisch sind hierbei insbesondere die hohen Kosten der Anlagen. Der Genehmigungsaufwand ist bei dieser Lagerungsform besonders hoch und langwierig. An der Trockenlagerung waren rund 20 % der Befragten interessiert. 16 % nannten die genehmigungsfreie Folienlagerung als Lagerungsoption. Dabei gaben rund 47 % der Teilnehmer an, keine Erfahrung mit dieser Lagerungsart vorweisen zu können. Stehendes Totholz, von dem nach den Kalamitäten noch etliche Millionen Festmeter in den Wäldern verblieben sind, spielt für die Betriebe bisher kaum eine Rolle. Aufschlussreich war auch die maximale Lagerungsdauer des Holzes, die die Teilnehmer den verschiedenen Lagerarten zutrauten. Nur der Nasslagerung trauten immerhin 20 % der Befragten zu, bis zu drei Jahre lang dem Qualitätsverlust vorbeugen zu können. Holz aus der Trockenlagerung ist für knapp 43 % der Teilnehmer nur maximal ein Jahr lagerfähig.


 

Unsicherheit durch die Krise

Unsicherheit zeigte sich insbesondere bei zukunftsorientierten Fragen, beispielsweise beim Abschließen von Vorverträgen zum Kauf von gelagertem Kalamitätsholz. Über die Hälfte der Befragten konnten darüber im Moment keine Auskunft geben, rund 28 % sprachen sich prinzipiell dagegen aus. Obwohl sich die meisten Umfrageteilnehmer prinzipiell für den Kauf von gelagertem Kalamitätsholz aussprachen und knapp zwei Drittel der Befragten über Erfahrung in der Verarbeitung von gelagertem Rundholz verfügen, zeigten sich 36 % unsicher.

Das Resume

Insgesamt konnte durch die Umfrage von AGR und DeSH festgestellt werden, dass eine erhöhte Nachfrage hinsichtlich der Informationen zur Lagerung von Kalamitätsholz in der eigenen Region besteht und diese Lücke für eine reibungslose Koordinierung geschlossen werden muss. Um die Qualität des weiter anfallenden Kalamitätsholzes zu erhalten und großen gesamtvolkswirtschaftlichen Schäden vorzubeugen, wird kein Weg um das Thema Lagerung herumführen. Die Alternative der Forstwirtschaft ist der Rundholzexport, vor allem nach Asien. Die potenzielle Wertschöpfung der Weiterverarbeitung in Deutschland geht dabei jedoch verloren. Die holzabnehmenden Unternehmen sind gut beraten, auch in Zeiten eines Rohstoffüberflusses strategisch über den Rohstoffbezug in den nächsten Jahren nachzudenken. Sollte sich die Kalamitätskrise in den kommenden Jahren nicht in gleichem Maße fortsetzen, würde sich das Angebot auf dem Markt deutlich verkleinern. Im Vorteil sind dann solche Betriebe, die auf gelagerte Reserven zurückgreifen können.

Die Politik ist weiterhin angehalten, möglichst gute Förderrahmenbedingungen für alle Formen der Lagerung zu entwickeln.